Alter ist so divers wie die Menschen es sind: Dr. Alexia Zurkuhlen beim Fachgespräch im Bundestagsausschuss für Bildung und Familie
Was sichert die Teilhabe älterer Menschen effektiv? Das war die Kernfrage in der 21. Sitzung des Bundestagsausschusses für Bildung und Familie. Als Sachverständige nahmen an dem Fachgespräch Dr. Alexia Zurkuhlen, Vorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), Prof. Dr. Martina Brandt, Vorsitzende der Kommission zum 9. Altersbericht, TU Dortmund, und Dr. Regina Görner, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), teil. Sie machten deutlich, dass zentralen Anknüpfungspunkte für Maßnahmen zur Teilhabe im Alter die persönliche Lebenserfahrung sowie die Lebensumstände der Menschen sind.
Alter
Klimakrise, Altersarmut, Pflege: Warum diese Zusammenhänge gemeinsam gedacht werden müssen
#KDAgegenArmut
Die Klimakrise ist auch eine soziale Frage – und im höheren Lebensalter wird sie besonders spürbar. Steigende Lebensmittelpreise, Hitzebelastung in schlecht gedämmten Wohnungen, wachsende Eigenanteile in der Pflege: Menschen mit geringen finanziellen und gesundheitlichen Ressourcen sind früher und stärker betroffen. Insbesondere in hochverdichteten Räumen wie in Großstädten leiden Menschen besonders etwa unter Folgen von Hitze. Das zeigen u.a. die aktuelle Klimarisiko-Analyse des Berliner Senats oder der Klimaschutz-Plan der Stadt Köln.
Fachtag: „Caring Communities – Wer sorgt mit?“
Freiwilliges Engagement in der Kommune zwischen Pflege, Verantwortung und Vielfalt
„Wir müssen raus aus der Aneinanderreihung von Projekten und brauchen verlässliche organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen für Caring Communities in der Regelversorgung.“ Das ist eine zentrale Botschaft des vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) veranstalteten Fachtags zur Standortbestimmung des freiwilligen Engagements in der Altenpflege. Zum Abschluss des von der Initiative „Daseinsvorsorge vor Ort stärken (DavOr), vom Forum Seniorenarbeit NRW und den NRW-Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz getragenen Themenjahres „Freiwilliges Engagement“ verdeutlichten Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, der Pflegekassen und aus der Wissenschaft die Dringlichkeit, eine verbindliche und zugleich auf die regionalen und lokalen Gegebenheiten abgestimmte Struktur für „sorgende Gemeinschaften“ zu schaffen.
„Jetzt geht es darum, die lokalen und regionalen Initiativen zu verbinden“, betonte die Leiterin der Gruppe Altenpolitik und Pflegerecht im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS), Petra Köster, bei der Veranstaltung im Haus der Technik in Essen. Bei einer Tour durch NRW hatte sich 2025 auch Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann über Projekte vor Ort informiert. Für die Pflegekassen rief Antje Hofmann vom Verband der Ersatzkassen (vdek) dazu auf, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten für Modellversuche in Quartieren zu nutzen. NRW biete dafür dank einer Vielfalt regionaler Netzwerke beste Voraussetzungen. Erfolgreich erprobte Modelle müssten anschließend in die Regelversorgung überführt werden.
Caring Communities sind kein Leitbild von der Stange
Armut im Alter ist vielfältig – Intersektionale Perspektiven in der Seniorenarbeit
#KDAgegenArmut
Armut im Alter ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem, das neben der ökonomischen Dimension auch tief in soziale Strukturen und individuelle Lebensqualität eingreift. Zudem lassen Armut und weniger Teilhabemöglichkeiten das Vertrauen in Institutionen und die Demokratie schwinden (WSI-Verteilungsbericht 2025). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt die Armutsgefährdungsquote älterer Menschen ab 65 Jahren in Deutschland bei 19,6 Prozent (vgl. Statistisches Bundesamt 2025). Besonders betroffen sind Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte, Alleinlebende sowie Personen mit gebrochener Erwerbsbiografie. Armut im Alter wirkt nicht isoliert – sie verschränkt sich mit anderen Faktoren wie gesundheitlicher Lage, Bildung, Herkunft oder Diskriminierungserfahrungen. Die Vielfalt älterer Menschen erfordert deshalb differenzierte Analysen und passgenaue wie bedarfsorientierte Unterstützungsansätze (vgl. 9. Altersbericht).
Einsamkeit bei der Prävention stärker mitdenken
#KDAgegenEinsamkeit – Dr. Alexia Zurkuhlen: Das Thema und seine Folgen werden unterschätzt
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals einen Bericht über Einsamkeit und ihre Folgen herausgegeben. Demnach birgt der tief empfundene, unfreiwillige Kontaktmangel unter anderem erhebliche Risiken für die Gesundheit: Sowohl die soziale Isolation als auch das Gefühl der Einsamkeit seien ein „unterschätzter Risikofaktor für Gesundheit und Wohlbefinden“, sind sich die Autoren des Reports einig. Sie machen Einsamkeit für nahezu 880 000 Todesfälle pro Jahr weltweit verantwortlich. „Das Thema Einsamkeit und seine Folgen wird in Deutschland über die Generationen hinweg noch unterschätzt“, ist Dr. Alexia Zurkuhlen, Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), sicher. Während und nach Corona seien junge Leute und ältere Menschen – letztere insbesondere in Pflegeeinrichtungen – in den Fokus gekommen. Der aktuelle Deutsche Alterssurvey zeige aber, so Zurkuhlen, dass sich Menschen in der Lebensmitte einsamer fühlen als Menschen im Rentenalter.
Land verleiht Charta zur „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ an 500. Betrieb: REWE Group schließt sich Landesprogramm an
Minister Laumann: Landesprogramm ist erfolgreich und wirkt – immer mehr Unternehmen unterstützen Beschäftigte, die privat pflegen
Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann hat am Mittwoch, 28. Mai 2025, in Köln die Charta für Vereinbarkeit von Beruf und Pflege an die REWE Group überreicht. Das Handels- und Touristikunternehmen ist der 500. Partner in Nordrhein-Westfalen, der die Charta unterzeichnet und damit an dem Landesprogramm „Vereinbarkeit von Beruf & Pflege“ teilnimmt. Auf diesem Weg können seit 2022 alle Unternehmen, Behörden und Organisationen aus Nordrhein-Westfalen Vereinbarkeits-partner werden. Sie bekennen sich dazu, ihre Beschäftigten besonders dabei zu unterstützen, Erwerbstätigkeit und private Pflegeaufgaben unter einen Hut zu bringen.
Licht und Schatten im Koalitionsvertrag bei Alter, Pflege und Demenz
Die Vorständin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), Dr. Alexia Zurkuhlen, sieht im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD, der am 9. April 2025 veröffentlicht wurde, Licht und Schatten im Bereich des Alters, der Pflege und der Demenz. So begrüßt sie den expliziten Appell, Aspekte des geplanten Pflegekompetenzgesetzes auf den Weg zu bringen. Sie schließt sich aber der Kritik an, dass die dringend notwendigen sozialpolitischen und altersrelevanten Reformen in Arbeitskreise und Kommissionen vertagt wurden.
Vielfalt des Alter(n)s in der Seniorenarbeit – Wie kann es vor Ort gelingen?!
Digitaler Fachtag des Forum Seniorenarbeit NRW zur Information, Qualifizierung und Vernetzung von Interessierten
Das Alter(n) ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Ob durch unterschiedliche Lebenswege, kulturelle Hintergründe oder individuelle Bedürfnisse – in der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren eröffnen sich immer neue Chancen und Herausforderungen. Doch wie kann es gelingen, diese Vielfalt vor Ort zu stärken und gemeinsam tragfähige, zukunftsorientierte Ansätze zu entwickeln?
Vielfalt mitdenken bei der Gestaltung von Seniorenarbeit
Diversifizierung von Angeboten des Forums Seniorenarbeit NRW
Das Forum Seniorenarbeit wird seinen Blick verstärkt auf die Vielfalt des Alter(n)s und eine entsprechende Diversifizierung der Angebote zur Teilhabe von Seniorinnen und Senioren richten. Ältere Menschen haben eine Vielzahl von Bedürfnissen und Bedarfen, die eine Diversifizierung der Angebote in der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren erforderlich macht. Es gilt, die Vielfalt des Alter(n)s zu berücksichtigen und gleichzeitig das bürgerschaftliche Engagement zu stärken, um niedrigschwellige Zugänge in den verschiedenen Handlungsfeldern der Seniorenarbeit zu schaffen.
Welche Innovationen helfen älteren Menschen wirklich – ein neuer Index verrät es
Innovation – klingt gut und verheißt Wirkung. Doch was genau ist wirklich innovativ? Und welche Innovationen rücken den Menschen in den Mittelpunkt und bieten Lösungen für ältere Menschen an? Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) hat mit Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie Antworten auf diese Fragen gefunden und den „Index Soziale Innovation für das Altern“ entwickelt.