ProAlter 4/2017: Sorgende Gemeinschaften: freiwilliges Engagement in der Pflege und im Gesundheitswesen

Ob beim Besuchsdienst oder beim Begleiten von Menschen mit Demenz, in der Nachbarschaftshilfe oder im Hospiz: Der Einsatz von Ehrenamtlichen in der Pflege spielt eine immer größere Rolle. Gute Pflege ist ohne solche Unterstützer immer weniger denkbar. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe beleuchtet in der neuen Ausgabe seines Fachmagazins ProAlter die Rolle von Ehrenamtlichen in der Pflege.

Ob beim Besuchsdienst oder beim Begleiten von Menschen mit Demenz, in der Nachbarschaftshilfe oder im Hospiz: Der Einsatz von Ehrenamtlichen in der Pflege spielt eine immer größere Rolle. Gute Pflege ist ohne solche Unterstützer immer weniger denkbar. Doch der Beitrag Engagierter in der Pflege „zielt nicht auf körperbezogene Pflegehandlungen, sondern vielmehr auf Unterstützung der sozialen Teilhabe, der Alltagsgestaltung oder auch pflegender Angehöriger durch niedrigschwellige Angebote“, betont Simon Eggert, Leiter des Bereichs „Politik & Kommunikation“ bei der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Ehrenamtliche sind deshalb keine Lückenbüßer für fehlende Fachkräfte, betont Eggert in seinem Essay für den Themenschwerpunkt der aktuellen Ausgabe von ProAlter „Sorgende Gemeinschaften: freiwilliges Engagement in der Pflege“. Die Autoren diskutieren im Titelthema auch die umstrittene Monetarisierung des freiwilligen Engagements. Im Fokus steht die Frage, ob sich eine neue Kultur des Helfens oder eher eine Schattenökonomie entwickelt? Eine Frage, die auch die Jenaer Soziologin Tine Haubner untersucht. Die Leiterin eines Forschungsprojekts über Freiwilligenarbeit im Strukturwandel des Wohlfahrtsstaats kritisiert im Interview mit ProAlter, dass die sorgende Gemeinschaft ausgebeutet und die Kombination von Minijob und Engagement immer häufiger werde. Beim Münchner Verein „Dein Nachbar“ sieht man die „Aufwandsentschädigung“ für ehrenamtliche Arbeit nicht so kritisch. Sie könne Menschen dazu dienen, ihre geringe Rente etwas aufzubessern. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Versorgung in der häuslichen Pflege zu verbessern – durch ein Ehrenamtsnetzwerk, in dem sich bereits mehr als 300 Freiwillige in der Region engagieren.

Inhaltsverzeichnis

Schwerpunkt

Freiwilliges Engagement in der pflegerischen Versorgung
Engagierte sind mehr als mehr als preiswerte Hilfskräfte
Simon Eggert

Pflege, Engagement und Qualifizierung
Bildungsangebote gestalten
Dr. Julia Schlicht

Dazugehören, mitreden und ernstnehmen
Grüne Damen und Herren in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen
Interview mit Claudia Hartmann

Netzwerk in der Nachbarschaft
Mit Logistik und Digitalisierung das drohende Versorgungsproblem lösen
Thomas Oeben

Kultur des Helfens oder Ausbeutung?
Die Kombination von Minijob und Engagement nimmt zu
Interview mit Tine Haubner

Menschen

Das hilfreiche Alter hilfreicher machen
Interview mit Prälat em. Rudolf Schmidt

Leben

Innovative Kochideen im Seniorenheim
Lisa Hochstein

Management

Qualität in der Demenz-Fachberatung
Der ZQP-Qualitätsrahmen für die Beratung in der Pflege
Naila Altvater

Forschung

Studie über „Mobilität im Alter“
Mobilitätsförderung in der geriatrischen Langzeitpflege
Dr. Elke Schlesselmann

Cover Pro Alter 4/2017ProAlter, das unabhängige Fachmagazin des KDA, bietet allen, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat mit Fragen des Älterwerdens beschäftigen, wertvolle Anregungen und Impulse für ihre Arbeit.

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