Tag der älteren Menschen: Daten zur informellen Pflege dringend erforderlich

Bedarfe durch Pflegebegleitung besser erkennen, um passgenauere Unterstützung anbieten zu können  

Anlässlich des Tages der älteren Menschen weist Dr. Alexia Zurkuhlen, Vorständin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), auf die Wissenslücke im Bereich der häuslichen Pflege hin. „Die häusliche Pflege ist eine ‚Black Box‘. Es fehlen grundlegende Informationen, wir tappen in vielen Punkten im Dunkeln. Das muss sich dringend ändern – auch mit Blick auf die zunehmende Bedeutung der ambulanten Versorgung“, fordert Zurkuhlen.  

Die meisten pflegebedürftigen Menschen in Deutschland, rund 85 Prozent, werden zuhause gepflegt. Dennoch gibt es zu wenig Daten über die häusliche Pflege. Das gelte etwa für die finanziellen Auswirkungen der Pflegebedürftigkeit auf die pflegebedürftigen Personen und ihre Angehörigen (s. dazu Studie des Paritätischen Gesamtverbandes unten), das betreffe aber auch die Pflegesituation insgesamt, so die KDA-Vorständin. „Kaum jemand weiß, wie sich die Pflegebedürftigkeit im häuslichen Bereich tatsächlich darstellt, bis wir standardisierte Daten erheben. Die aber brauchen wir, um den tatsächlichen Bedarf an Angeboten, Personal und folglich auch an Finanzmitteln erkennen zu können.“

Hier sieht Zurkuhlen eine Chance in der fachlichen Pflegebegleitung, die der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) vorsieht. „Die geplante Pflegebegleitung gibt die Möglichkeit, Licht in die bisherige ‚Black Box‘ der häuslichen Pflege zu bringen“, hofft Zurkuhlen. Damit unterstreicht sie die Bedeutung einer fachlichen Pflegebegleitung, zu deren Ausgestaltung das KDA kürzlich ein Positionspapier veröffentlicht hat. Sie ergänzt noch: „Die Konsequenzen aus den erhobenen Daten auf die kommunalen Aufgaben in der Pflegeplanung beziehungsweise zur Sicherstellung der Altenpflege müssen von Anfang an berücksichtigt werden.“   

Auch Pflegeleistungen würden oftmals nicht in Anspruch genommen, weil die Beantragung zu kompliziert oder Angebote gar nicht bekannt sind. „Hier wird die fachliche Pflegebegleitung als aufsuchendes Angebot für mehr Transparenz sorgen“, ist Zurkuhlen zuversichtlich. Zudem bedürfe es einer Analyse, wie sich die Pflegeverantwortung auf pflegende An- und Zugehörige auswirke.

Die KDA-Vorständin begrüßt, dass die Rentenansprüche pflegender Angehöriger mit dem Kabinettsbeschluss des PNOG nicht wie geplant gekürzt werden sollen. Es sei nun zu hoffen, so Zurkuhlen, „dass die Strukturkommission mutige und vor allem sozial ausgewogene Vorschläge zur grundsätzlichen Reform der Pflege vorlegt“.

Zur Heimkostenfrage sowie zur Ausgestaltung der Pflegebegleitung hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe bereits konkrete Vorschläge erarbeitet.

Expertise_Armut_in_der_haeuslichen_Pflege_2026.pdf Paritätischer Gesamtverband mit Studie von Prof. Dr. Thomas Klie

Diskussionspapier KDA: Pflegeversicherung und soziale Gerechtigkeit – Neue
Denkansätze für eine Lösung der Heimkostenfrage

KDA-Positionspapier zur fachlichen Pflegebegleitung von Michael Ranft und Ulrich Wendte

Medienkontakt: Solveig Giesecke, Pressesprecherin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), Tel. +49 30 / 2218298 – 58; Mail solveig.giesecke@kda.de