Wie die Teilhabe älterer Menschen gestärkt werden kann

Alter ist so divers wie die Menschen es sind: Dr. Alexia Zurkuhlen beim Fachgespräch im Bundestagsausschuss für Bildung und Familie

Was sichert die Teilhabe älterer Menschen effektiv? Das war die Kernfrage in der 21. Sitzung des Bundestagsausschusses für Bildung und Familie. Als Sachverständige nahmen an dem Fachgespräch Dr. Alexia Zurkuhlen, Vorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), Prof. Dr
Martina Brandt, Vorsitzende der Kommission zum 9. Altersbericht, TU Dortmund, und Dr. Regina Görner, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), teil. Sie machten deutlich, dass zentralen Anknüpfungspunkte für Maßnahmen zur Teilhabe im Alter die persönliche Lebenserfahrung sowie die Lebensumstände der Menschen sind. 

 

Das Fachgespräch zur Teilhabe älterer Menschen, an dem auch der Parlamentarische Staatssekretär Michael Brand (BMBFSFJ) teilnahm, eröffnete Ausschussvorsitzende Saskia Esken (SPD) mit einer zusammenfassenden Einleitung zum Thema – und der Bemerkung: Es gebe einige Herausforderungen mit Blick auf die „Boomer“, aber, so Saskia Esken, „natürlich birgt so eine große gesellschaftliche Gruppe, die noch leistungsfähig, aber aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist, auch ganz erhebliche Chancen“. 
 
In ihrem Auftaktstatement betonte Dr. Alexia Zurkuhlen, wie wichtig es sei, das Alter nicht einseitig zu betrachten. Das Alter sei so divers, wie es die Menschen und ihre Lebensläufe seien.  Und auch die Lebensbedingungen seien sehr unterschiedlich. Ein Schlüssel liege darin, dies als Ansatz für konkrete Angebote – und als Chance für eine aktive Teilhabe zu begreifen. Zu Recht vollziehe der 9. Altersbericht einen Paradigmenwechsel – weg vom betreuungsbedürftigen Bild des Alters hin zu einer selbstbestimmten, mitverantwortlichen Teilhabe, betonte Dr. Alexia Zurkuhlen.  Wörtlich sagte sie: „Der 8. und 9. Altersbericht der Bundesregierung haben hier einen wichtigen Paradigmenwechsel eingeleitet: Weg von einer Politik, die Defizite verwaltet, hin zu einer Politik, die Selbstbestimmung, Mitverantwortung und gleichberechtigte Teilhabe älterer Menschen ermöglicht.“ Aus Sicht des KDA bedeute dies, „Teilhabe nicht als individuelle Aufgabe, sondern als Ergebnis guter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zu verstehen. Teilhabe entsteht da, wo Strukturen aktiv ermöglichen.“ 
 
Im Lauf des Fachgesprächs wurde von allen eingeladenen Sachverständigen deutlich gemacht, wie stark Teilhabe davon abhängt, wie die sozialen, ökonomischen, gesundheitlichen und regionalen Umstände des Einzelnen berücksichtigt werden. In der Praxis braucht Teilhabe dann auch Strukturen, die Teilhabe niederschwellig ermöglichen und sichtbar machen. „Die Organisation von Ermöglichungsstrukturen ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft und wird am besten vor Ort, in der Kommune, gestaltet“, so Zurkuhlen. Eine zeitgemäße Politik fürs Alter müsse auf „Diversität und Gerechtigkeit ausgerichtet sein und die Überlagerung von sozialen, gesundheitlichen und demografischen Faktoren – also eine intersektionale Perspektive – systematisch integrieren“.  

Aufzeichnung der öffentlichen Sitzung in der Mediathek des Deutschen Bundestags  
 
Statement Zurkuhlen_Ausschuss Bildung und Familie_15.04.2026 
 
Vorab eingereichte schriftliche Stellungnahme des KDA: KDA_Stellungnahme_Ausschuss_BFSFJ 

Neunter Altersbericht der Bundesregierung

Achter Altersbericht der Bundesregierung

Bildplatte oben: Eindrücke aus dem Fachgespräch, Screenshots Bundestags-Mediathek

Medienkontakt: Solveig Giesecke, Pressesprecherin des KDA, Tel. +49 30 / 2218298 – 58, 
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