Internationaler Vergleich zur Wirksamkeit und Umsetzung nationaler Demenzstrategien
DECIDE (Dementia Strategies, Early Diagnosis, Care Pathways and Implementation) ist ein internationales Forschungsprojekt des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) in Kooperation mit Lilly Deutschland. Es untersucht, wie nationale Demenzstrategien umgesetzt werden, welche Wirkung sie entfalten und unter welchen Bedingungen wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen zu konkreten Verbesserungen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen beitragen können.
Hintergrund und Zielsetzung
Wie wirksam sind nationale Demenzstrategien und welchen Beitrag leisten sie dazu, wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen in eine bessere Versorgung und Unterstützung zu übersetzen? Welche Ansätze haben sich in anderen Ländern bewährt und was können wir aus diesen Erfahrungen lernen?
Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht der internationale Vergleich nationaler Demenzstrategien, ihrer Umsetzung und ihrer Wirksamkeit. Untersucht wird insbesondere, unter welchen Bedingungen politische Strategien dazu beitragen, neue Möglichkeiten der Prävention, Früherkennung und Frühdiagnostik aufzugreifen, Versorgungspfade weiterzuentwickeln und die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen nachhaltig zu verbessern.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Früherkennung und Frühdiagnostik mit anschließenden Beratungs-, Unterstützungs- und Versorgungsangeboten. Denn neue diagnostische Möglichkeiten können ihr Potenzial nur dann entfalten, wenn Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen rechtzeitig Zugang zu geeigneter Unterstützung und kontinuierlicher Begleitung erhalten.
Ziel des Projekts ist es, wirksame Ansätze, förderliche Rahmenbedingungen und gemeinsame Herausforderungen bei der Umsetzung nationaler Demenzstrategien zu identifizieren. Auf Grundlage der internationalen Erfahrungen sollen Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Nationalen Demenzstrategie und der Versorgungsstrukturen in Deutschland abgeleitet werden. Zugleich sollen die Ergebnisse international zugänglich gemacht werden, um den länderübergreifenden Austausch zu fördern und Impulse für die Weiterentwicklung nationaler Demenzstrategien auch über Deutschland hinaus zu geben.
Projektinhalte und methodisches Vorgehen
DECIDE untersucht die nationalen Demenzstrategien und ihre Umsetzung in fünf Ländern: Schottland, den Niederlanden, Irland, Norwegen und Japan. Dabei werden unterschiedliche strategische Ansätze, Erfahrungen aus der Versorgungspraxis und Rahmenbedingungen für eine wirksame Umsetzung miteinander verglichen.
Das Projekt verbindet drei methodische Bausteine:
- Internationale Dokumentenanalyse: Systematische Auswertung nationaler Demenzstrategien, politischer Programme und relevanter Fachliteratur. Im Fokus stehen insbesondere Prävention, Früherkennung und Diagnostik, anschließende Versorgungspfade sowie Steuerungs- und Umsetzungsstrukturen.
- Qualitative Interviews: Gespräche mit internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Versorgungspraxis sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Berücksichtigt werden unterschiedliche Perspektiven auf die Umsetzung und Wirksamkeit nationaler Strategien, bestehende Versorgungslücken und die Erfahrungen der Betroffenen.
- Dialog und gemeinsames Lernen: Diskussion und Reflexion der Erkenntnisse in nationalen und internationalen Fachformaten. Im Mittelpunkt stehen die Bewertung der Wirksamkeit, die Identifikation übertragbarer Erfahrungen und die gemeinsame Entwicklung von Handlungsperspektiven.
Internationaler Austausch und Wissenstransfer
Der fachliche Austausch begleitet DECIDE über die gesamte Projektlaufzeit. Bereits im Rahmen eines digitalen Alzheimer Labs wurden zentrale Fragestellungen in einem Round-Table-Format mit Expertinnen und Experten diskutiert. Ein Workshop in Magdeburg bot Gelegenheit, die bisherigen Überlegungen und Erkenntnisse gemeinsam zu vertiefen.
Ein weiterer Meilenstein war das internationale Symposium am 29. Oktober 2026 im Rahmen der Alzheimer Europe Conference in Dublin. Unter dem Leitgedanken „From Strategy to Impact“ diskutierten internationale Expertinnen und Experten, wie nationale Demenzstrategien über politische Zielsetzungen hinaus konkrete Verbesserungen in der Versorgung bewirken können. Der Austausch lieferte wichtige Impulse für die weitere Untersuchung und den internationalen Wissenstransfer.
Die Ergebnisse werden am 18. Februar 2027 auf einer Fachveranstaltung in Berlin vorgestellt und gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Versorgungspraxis und Interessenvertretungen diskutiert. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen sollen sowohl für die Weiterentwicklung der Nationalen Demenzstrategie in Deutschland genutzt als auch international veröffentlicht werden.
Projektinformationen
Projektlaufzeit: Juni 2026 bis März 2027
Durchführung: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)
Kooperationspartner: Lilly Deutschland
Untersuchte Länder/Region: Schottland, Niederlande, Irland, Norwegen und Japan
Thematische Schwerpunkte: Nationale Demenzstrategien, Wirksamkeit und Wirkung, Prävention, Früherkennung und Frühdiagnostik, Versorgungspfade, Implementierung und internationaler Wissenstransfer
Fachveranstaltung: 18. Februar 2027, Berlin
weitere Informationen:
Projektflyer DECIDE_Onepager_DE
Projektleitung: Christian Heerdt, KDA
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Franziska Laporte-Uribe
